Die Zitronenverbene wird leicht mit zwei anderen Räucherwerken verwechselt, nämlich dem Echten Eisenkraut und dem Lemongras (Zitronengras). Zitronenverbene zählt zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae), ist aber in Südamerika heimisch, während das Echte Eisenkraut auch in Europa, Asien und Afrika vorkommt. Die Zitronenverbene besitzt beim Räuchern einen herrlichen, zitronigen Duft, der stark aromatisch ist und sehr erfrischt. Man benutzt die Zitronenverbene auch für Tees. Das Lemongras gehört zu den Süssgräsern und stammt aus Indien und vom Malaiischen Archipel. Sein Räucherduft ist etwas direkter als der von Zitronenverbene.
Die Botanik der Zitronenverbene
Die Zitronenverbene heisst auch Zitronenstrauch. Ihr fachlicher Name ist Aloysia citrodora. Dieser ausdauernde, Laub abwerfende Strauch wird höchstens 2 Meter hoch und wächst vor allem in den gemässigten Klimazonen.
Die Geschichte der Zitronenverbene
Die Zitronenverbene ist ursprünglich in den subtropischen Gebieten von Südamerika heimisch, z. B. in Uruguay, Argentinien, Chile und Peru. Im späten 18. Jahrhundert brachten Seefahrer die Zitronenverbene nach Europa. Im Jahr 1781 eröffnete unter Carlos III. der Königliche Botanische Garten von Madrid. Hier wurde die Zitronenverbene nicht nur ausgestellt und gezüchtet, sondern im Rahmen von naturwissenschaftlichen Untersuchungen auch näher erforscht und dokumentiert. Aus Madrid versendete man die Saat und die Pflänzlinge nach Paris und später nach Oxford. Von Oxford aus wurde die Zitronenverbene in die britische Gartenkultur integriert. Viele Treibhäuser in der Nähe von London züchteten die Zitronenverbene schon um 1797. Die Popularität der Zitronenverbene verdankt sich der Tatsache, dass sie hervorragend in duftende Bouquets passt. Im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Pflanze weiter.
Die Verwendungsmöglichkeiten der Zitronenverbene
Zitronenverbene eignet sich als Zutat für Getränke, wobei man in der Regel die frischen oder getrockneten Blätter verwendet. Auch Tees mit Zitronenverbene sind sehr beliebt. Die Franzosen kennen diesen Tee als abendliches, schlafförderndes Getränk. Ausserdem stellt man in Frankreich Liköre aus Zitronenverbene her.
Gastronomische Genüsse profitieren von der Zitronenverbene ebenfalls. Häufig verwendet man sie als würzige Zutat, seltener als Gemüse. (Zitronenverbene als Gemüse ist ähnlich wie Spinat zuzubereiten.) Man fügt sie Salaten hinzu, aber auch Gerichten mit Pilzen oder Schweinefleisch. Süssspeisen wie z. B. Obstsalat, Pudding oder Speiseeis kann man mit Zitronenverbene ergänzen. Die klein gehackten Blätter mischt man unter den Zuckerguss, wenn man Zitronenkuchen backen will.
Die Kosmetikindustrie kennt Zitronenverbene als Badezusatz. Auch Seifen duften manchmal nach Zitronenverbene. Gibt man ein Säckchen mit Zitronenverbene in den Kleiderschrank oder in die Zimmer, duftet es frisch und angenehm.
Die Zitronenverbene wirkt verdauungsförderlich und regt den Appetit an. Daher setzt man sie bei Verdauungsproblemen und Verstopfung ein. Gleichzeitig kann sie uns beruhigen und nervöse Unruhe mildern. Schlaflose Menschen schlafen besser, wenn sie Zitronenverbene zu sich nehmen. Die Wissenschaft vermutet, dass die Pflanze keimhemmende Wirkungen hat.
Räuchern mit Zitronenverbene
Die Zitronenverbene ist seit Jahrhunderten als Räucherwerk bekannt und gilt unter Naturheilern und Schamanen als Geheimtipp. Der Rauch der Blätter beruhigt die Gefühlswelt und verschafft uns einen klaren Blick für das Neue. Ausserdem verschafft uns der Rauch einen guten Schlaf und lindert unsere Nervosität. Dabei verbreitet die Zitronenverbene eine Energie, die uns frisch macht, aufhellt und aufrichtet. Besonders Erschöpfungszustände verbessern wir mit diesem Duft. Unsere Konzentration, Aktivität und unseren Schöpferdrang regen wir mit Zitronenverbene an.
