Als Zimtkassie wird der chinesische Zimt bezeichnet, der vom Ceylonzimt zu unterscheiden ist. Letzterer stammt hauptsächlich aus Sri Lanka. Zimtkassie wird auch chinesischer Zimtbaum genannt. Diese Pflanzenart zählt zur Gattung Cinnamomum, die wiederum zur Familie der Lorbeergewächse gehört (Lauraceae). Der chinesische Zimt wächst vor allem in den subtropischen Zonen im südlichen China. Es handelt sich dabei um einen schlanken, immergrünen Baum. Er wird gestutzt und für die landwirtschaftliche Nutzung kultiviert. Zimt zählt zu den ältesten Nutzpflanzen überhaupt. Man findet ihn auch in Vietnam, Indien, Laos, Japan und Burma. Der Baum wird maximal drei Meter hoch. Seine Bestandteile sind vielfältig als Gewürz, Medizin und Räuchersubstanz einsetzbar. Sowohl die Rinde als auch die Zweige, Knospen und Blätter finden Verwendung. Sie alle besitzen die charakteristische aromatische Qualität, die wir als einen angenehmen Duft oder Geschmack geniessen.
Zimtkassie in der Tradition
Zimt gehört zu den ältesten Gewürzen der Menschheit. Schon im Alten Testament wird Zimt erwähnt, nämlich im Hohelied Salomos. Es gibt Quellen aus China, die über Zimt berichten und bereits 2.700 Jahre vor unserer Zeitrechnung entstanden sind.
Die traditionelle chinesische Medizin kennt die Zimtkassie seit Langem. Die Substanz gilt als wärmend für das Innere des Körpers (Yang). Auch entfaltet Zimtkassie eine heilende Kraft bei Erkältungen, Rheuma, Durchfall, Hexenschuss und Problemen im Bereich der männlichen Potenz. Zimtkassie wirkt stärkend auf die Lebenskraft, die in derchinesischen Sprache Chi heisst. Räucherungen mit Zimtkassie öffnen unser Herz, entspannen uns und vermitteln und Ruhe. Wer kleinere Mengen konsumiert, erfährt eine anregende Wirkung über das Zentralnervensystem.
Das berühmte altägyptische Räucherrezept Kyphi enthält u. a. Zimt. Es ist schon 4.000 Jahre her, dass die Kassiarinde als spirituelle Räuchersubstanz nach Ägypten und Griechenland exportiert wurde. Damit war Zimtkassie in Europa viel früher bekannt als der Echte Zimt bzw. Ceylonzimt. In okkulten Kreisen nutzt man Zimtkassie als Aphrodisiakum. Hildegard von Bingen machte Zimt als Heilmittel bekannt. Sie glaubte, er mildere die schlechten Säfte im Menschen und fördere die guten.
Zimtkassie beim Räuchern
Die Düfte und Wirkungen von Ceylonzimt und Zimtkassie beim Räuchern sind sich recht ähnlich. Für gastronomische Genüsse aus der Küche wählt man eher die Ceylon-Variante. Zimtkassie entfaltet beim Räuchern den typischen Zimtduft, der uns aber deutlich orientalischer und süsslicher umschwärmt. Der Duft erfüllt schnell den gesamten Raum. Die Blüten geben ein warmes, süssliches Aroma ab.
Die Zimtkassie wird vielen wichtigen Räuchermischungen hinzugefügt. Ihre Funktion liegt dann meist in der Verlockung einer warmen, gemütlichen und herzöffnenden Note. Zimtkassie erfüllt den Raum mit einer anheimelnden Atmosphäre, die dennoch anregend und aufregend exotisch wirkt. Zimtkassie kann man gut mit Kardamom und Lorbeer mischen, wie im Ayurveda üblich.
Die Liebeskräfte des Mannes werden gestärkt und Glück zieht ein in unser Haus. Gefühlskälte erwärmt sich, nervöse Anspannung und Ängste verflüchtigen sich. Wir empfangen vertraute Impulse, die Träume auslösen. Unsere Fantasie beginnt ihren freien Flug. Zimtkassie nährt unser inneres Feuer.
