Der Sadebaum ist ein immergrünes Zypressengewächs, das in den Alpen heimisch ist. Dort heisst er auch Stink-Wacholder, Gift-Wacholder, Sebenbaum, Seuenbaum, oder Sevenbaum. Es gibt grosse natürliche Vorkommen beispielsweise im Wallis. Der Sadebaum kommt insgesamt in Europa bis nach Sibirien und in der Mongolei vor. In der Regel wächst er kriechend und bleibt dabei niedrig. Die Zweigspitzen sind geschuppt. Die Beeren sind bläulich. Der Sadebaum ist sehr giftig, daher gilt für ihn in Deutschland das Arzneimittelgesetz. In Zentralasien kommen Wacholder-Arten vor, die dem Sadebaum ähnlich sind. Sie werden dort gerne verräuchert.
Duft und Wirkung beim Räuchern mit dem Sadebaum
Wer mit dem Sadebaum räuchern will, benutzt meist die Zweige. Er verbreitet einen weissen Rauch, der intensiv, wärmend und herb duftet, aber auch süss und waldig sein kann. In Sibirien und in der Mongolei hat die Räucherung mit dem Sadebaum eine lange Tradition. Dort dient sie dem Zweck, mit der Welt der Geister in Kontakt zu treten. So sollen krankmachende Dämonen oder andere schädliche Einflüsse verjagt werden. Auch bereitet man so rituelle Orte auf die Anwesenheit von Geistern vor, reinigt und segnet sie. Altäre und Schreine werden mit der Sadebaum-Räucherung verehrt. Kombiniert man den Sadebaum mit anderen Räuchersubstanzen, können Räucherungen entstehen, die eine Trance fördern. Schwangere sollten mit diesen Räucherungen vorsichtig sein.
Der Sadebaum in der Kultur und Mythologie
Die Menschen in Sibirien und in der Mongolei identifizieren den Sadebaum eng mit dem Schamanismus. Die Rituale und Vorgänge des Schamanismus werden hier alle von Räucherungen mit Wacholder oder Sadebaum ergänzt.
Die Archäologie hat Funde von Früchten des Sadebaums vorzuweisen, die aus ägyptischen Gräbern der Römerzeit stammen. Die Römer benutzten den Sadebaum als häufiges Räuchermittel, meist kombiniert mit Salbei, Lorbeer, Thymian und Verbene. Auch kannten sie die Räucherung mit dem Sadebaum als Heilmittel. Er sollte um sich greifende Geschwüre hemmen, Entzündungen lindern, reinigen und wurde wärmenden Salbölen beigegeben.
Europa kennt den Sadebaum als Mittel, um Abtreibungen durchzuführen. Dies brachte die Pflanze bei der katholischen Kirche in Verruf, vor allem während der Zeit der Inquisition. Der Sadebaum soll auch Hexen abwehren.
Anbau
Wildsammlung
Botanischer Name
Juniperus sabina L.
Pflanzenteil
Blätter
Herkunft
Türkei
Marke
RäucherWelt
