Die Pinie ist eine Pflanzenart, die in der Botanik Pinus pinea heisst. In der deutschen Sprache nennt man sie auch Italienische Steinkiefer, Schirmkiefer oder Mittelmeer-Kiefer. Sie zählt zur Gattung der Kiefern und zur Familie der Kieferngewächse. Die Pinie wächst im Norden des Mittelmeerraums. Einzelne Exemplare können 200 bis 250 Jahre alt sein. Die Samen, die man auch Pinienkerne nennt, sind essbar. Die Pinie bildet eine Baumkrone aus, die an einen Schirm erinnert und dem Baum eine majestätische Schönheit verleiht. Die hellgrünen Nadeln werden bis zu 20 Zentimeter lang.
Die Pinie in der Kultur
Die Pinie wird schon lange für ihre Samen, aber auch für ihr Holz und ihr Harz geschätzt. Die Ureinwohner der nördlichen Amerikas nutzen das Harz traditionell für verschiedene Zeremonien des Räucherns und / oder Heilens. Auch zur Wundheilung setzten die indigenen Völker das Harz der Pinie ein. Die Pueblo-Indianer kannten das Pinienharz für Begräbnisrituale. Um das kostbare Harz zu gewinnen, brachen sie ein Stück der Rinde mit einem Stück einer Büffel-Rippe heraus. Die Pflanze reagierte auf diese Verletzung mit dem Austreten des Harzes. Am besten gelang diese Ernte Ende April oder Anfang Mai.
Während der Antike war die Pinie als heiliger Baum bekannt. Die rauschhaften Dimensionen von Dionysos, Pan, Demeter oder Kybele sind eng mit diesem Baum verbunden. Ägyptischen Verstorbenen legte man Pinien mit ins Grab. Die Griechen und Römer sahen in der Pinie ein Sinnbild der Fruchtbarkeit und der Fortpflanzung. Der Zapfen der Pinie galt als die Signatur des Widders. Die Piniensamen (Pinienkerne) nutzten die Menschen als begehrtes Aphrodisiakum. Dioskurides war ein berühmter griechischer Arzt in der Zeit des Kaisers Nero. Er glaubte, dass man mit dem Raucher des Harzes der Zeder den Embryo und die Nachgeburt einer Schwangeren austreiben könne.
Die Pinie in der Volksmedizin
Die traditionelle europäische Medizin kennt das Harz der Pinie seit dem Altertum als Heilmittel. Vor allem gegen Hustenreiz soll es helfen. Ausserdem regt es die Durchblutung an und treibt den Harn und den Auswurf (Sputum) aus. Das Pinienharz gilt als traditionelle Arznei in der Lungenheilkunde. Der Rauch dieses Harzes galt früher als Mittel bei Rheuma und bei Ausschlägen auf der Haut. Heute noch gibt es Pflaster, Salben und unterschiedliche Öle mit Pinienharz.
Räuchern mit Pinie
Zum Räuchern verwenden wir das Harz, dessen Farbe von gelblichem Braun ist. Harz von europäischen Arten ist sehr selten, bekannter ist das amerikanische Harz, das zum indianischen Räuchern eingesetzt wird. Der Duft von Pinienharz beim Räuchern ist süsslich, waldig und balsamisch. Der Rauch umfängt uns schwer und warm. Nimmt man allerdings jüngeres Harz, tritt eine leicht säuerliche Note hinzu. Auch ein leichter Duft von Vanille ist möglich. Wer eine Atmosphäre der Fülle erreichen will, liegt mit diesem Harz genau richtig. Aber auch Dank und Geborgenheit vermittelt dieser Duft. Wir fühlen uns einfach besser behütet, aber auch leichter und sorgloser. Pinienrauch schenkt uns mehr Freude am Leben. Die Nerven erfahren eine beruhigende Wirkung. Der Rauch hat einen antiseptischen und desinfizierenden Effekt. Er dient als Schutz vor bösen Mächten und negativen Energien. Auch Hexen und Dämonen vertreibt das Pinienharz. Schwarze Magie verliert ihre Wirkung.
Die Pinie kann man besonders gut mit den folgenden Räuchersubstanzen mischen:
- Weihrauch
- Beifuss
- Johanniskraut
- Minze
- Schafgarbe
- Salbei
- Eisenkraut
- Kamille
- Königskerze
- Melisse
Anbau
Wildsammlung
Botanischer Name
Pinus spp.
Pflanzenteil
Harz
Herkunft
Mexiko
Marke
RäucherWelt
