Die Chiapas-Kiefer ist in Mexiko und Guatemala heimisch. Sie wächst dort auf Höhen bis zu 2.000 Meter. Die Nadeln dieser Kiefer sind fein, weich und dicht. Der Baum bildet längliche Zapfen aus. Er ist sehr nah verwandt mit der Weymouth-Kiefer, die auch Pinus strobus heisst. Früher klassifizierte man die beiden Kiefern als eine Art. Dies ist aber mittlerweile nicht mehr üblich ist, denn inzwischen sind sie jeweils eine eigenständige Art.
Die Chiapas-Kiefer in der Tradition und Überlieferung
Die indigenen Völker Amerikas sehen diesen Baum als verehrungswürdig an. Es gibt alte Mythen und Erzählungen zur Schöpfungsgeschichte der Menschheit, nach denen die Chiapas-Kiefer der erste Baum auf der Welt gewesen sein soll. Das Harz wird hier „Pom“ oder „Copal“ genannt und in heiligen Zeremonien und religiösen Ritualen verräuchert. Mit dem Rauch sollen Krankheiten an der Seele und am Körper besiegt werden. Erkrankungen werden als schädliche Geistwesen angesehen, die es durch den Rauch von Ocote zu vertreiben gilt. Der Duft von Ocote kann auch einem Befall durch solche Geistwesen vorbeugen.
Schon im Baumkult der alten Germanen besassen die Kiefern eine herausragende Bedeutung. Sie wurden als Symbole der Ausdauer, der Kraft und des Überlebenswillens angesehen. Das Harz galt als Waldweihrauch und brachte beim Räuchern Ruhe und eine besänftigende Atmosphäre. Der deutsche Volksglaube sieht in der Kiefer und in ihrem Harz eine schützende Macht vor schadhaften Einflüssen, negativen Energien und Hexenkunst.
In der Naturheilkunde ist bekannt, dass die Kiefer die Atemwege und die Lungen stärken und Keime töten kann. Die körperlichen Funktionen werden durch die Kiefer aktiviert.
Räuchern mit Chiapas-Kiefer
Zum Räuchern kann man das harzreiche Holz verwenden, aber auch das Harz an sich. Es ist von goldgelber Farbe, die an Glas erinnert. Da beides im Handel nur selten zu haben ist, ist dies eine echte Rarität. Manchmal wird Gold-Copal verkauft, in welchem tatsächlich aber das Harz der Chiapas-Kiefer enthalten ist.
Ocote duftet erfrischend und klärend. Es besitzt eine starke und harzige Note von Pinien. Wenn wir Räucherungen zur Heilung oder zur Reinigung durchführen wollen, können wir Ocote vertrauen. Der Rauch des Holzes und Harzes macht unseren Geist klarer und wacher. Es gibt verschiedene Zeremonien, die mit Licht zu tun haben und traditionelle Sonnenkulte, die auf die Chiapas-Kiefer nicht verzichten können.
Der Rauch der Kiefer kann zudem unsere Kräfte wachsen lassen und uns Wärme schenken. Der Körper wird energetisiert, der Geist beruhigt und im Herzen regt sich die Freude.
Die Kiefer vermittelt zwischen Körper und Geist und befreit uns von einengenden Zuständen. Wir atmen frische Luft und empfinden wieder Weite. Erscheint der Weg den Berg hinauf uns zu steil oder empfinden wir Enge, treten durch das Kiefernharz Kraft und Optimismus in unser Leben. Wir nehmen einen erholsamen Atemzug und schöpfen neuen Glauben und Vertrauen in die Zukunft.
Duft: frisch, klärend, stark, harzig, pinienartig
Pflanzenteil: Holz, Harz, Rinde, Nadeln, Zweigspitzen, Zapfen
Pflanzenfamilie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Anbau
Wildsammlung
Botanischer Name
Pinus chiapensis
Pflanzenteil
Holz
Zweitbezeichnung
Ocote
Herkunft
Mexiko
Marke
RäucherWelt
