Wer einen exakt angelegten Ziergarten besitzt und pflegt, empfindet Löwenzahn vielleicht nur als lästiges Unkraut. Löwenzahn verunstaltet den Zierrasen und reckt über all sein kesses Köpfchen empor. Die wenigsten Menschen aber wissen, dass Löwenzahn ein sehr kraftvolles Kraut mit vielen Wirkungen ist. Es verbessert die Verdauung, besänftigt Leber und Galle, mindert die Symptome bei Rheuma und Nierensteinen und stärkt uns ungemein.
Löwenzahn in der Botanik
Löwenzahn wird botanisch Taraxacum officinalis genannt. Im deutschen Sprachraum sind auch die folgenden Namen bekannt: Kuhblume, Hundeblume, Häälestock, Butterblume, Pissblume, Sonnwendig und Pusteblume. Dieser Name verdankt sich der Tatsache, dass Kinder den Samen, der sich oben am Stängel gruppiert, gerne in die Luft pusten, um ihn fliegen zu lassen.
Löwenzahn zählt zur Familie der Korbblütler, die auch Asteraceae heissen. Die Pflanze wird bis zu 30 Zentimeter hoch. Ursprünglich stammt der Löwenzahn aus Europa und dem westlichen Asien. Inzwischen hat er sich aber verbreitet und wächst auch auf anderen Kontinenten. Er gedeiht an Wegesrändern, auf Wiesen und im Garten.
Löwenzahn als Kraftspender
Löwenzahn ist in der Natur geradezu unverwüstlich. Er zeigt sich sehr kraftvoll und begnügt sich mitunter mit der kleinsten Ritze oder Spalte. Selbst eine unerträgliche Sommerhitze kann ihm nichts anhaben. Löwenzahn ist also unempfindlich, zäh und voller Lebenskraft. Wenn wir mit Löwenzahn räuchern, überträgt sich diese Kraft auf uns.
Löwenzahn und seine Heilwirkungen
Wir können Löwenzahn in Form von Tees, Salaten oder als Pflanzensaft zu uns nehmen. Es gibt auch Wein aus Löwenzahn oder den Wurzelextrakt zu kaufen. Man sollte die jeweilige Darreichungsform mehrere Wochen lang regelmässig verzehren. Löwenzahn täglich frisch zu essen, ist gesund.
In der indischen Ayurveda-Medizin verwendet man Löwenzahn zur Entgiftung. In China kennt man ihn als Mittel bei Harnwegsinfektionen. Der persische Arzt Avicenna nutzte Löwenzahn als Arznei bei Leiden an der Galle oder Leber, bei Gliederschmerzen, Seitenstechen, Fieber oder Durchfall. Löwenzahn fördert die Ausscheidung von Wasser und und die Verdauung. Ausserdem gilt Löwenzahn als Mittel bei Appetitverlust, Diabetes, Ekzemen, Gallensteinen oder Beschwerden mit der Verdauung. Löwenzahn regt die Blase, die Galle, die Leber und die Nieren an. Die Blätter beinhalten viel Vitamin C. Ausserdem kann Löwenzahn die Zellen unseres Körpers vor oxidativem Stress schützen.
Die magische Bedeutung von Löwenzahn
Im europäischen Raum dient der Löwenzahn seit alter Zeit als Schutzpflanze gegen böse Kräfte. Auch für einen Liebeszauber ist er bekannt. Die Löwenzahnmilch ist ein Aphrodisiakum. Im nördlichen Amerika verwendeten die Ureinwohner die getrockneten Blätter für schamanische Zauber. Das Christentum verbindet den Löwenzahn mit der Gottesmutter Maria. Sie steht hier für die jungfräuliche Geburt.
Mit Löwenzahnblättern räuchern
Die Blätter vom Löwenzahn verbreiten beim Räuchern ein krautiges und herbes Aroma. Der Rauch hat eine aufhellende Wirkung und lässt unseren Geist entspannen. Löwenzahn wird gerne bei Meditationen verwendet. Die Blätter eignen sich gut für Räuchermischungen, z. B. mit Leberkraut, Huflattich, Weissdorn, Spitzwegerich, Knabenkraut oder Schafgarbe. Die Europäer räuchern gerne mit den Löwenzahnblättern zu Samhain, zum Schutz vor böser Magie. Sie sind aber auch hilfreich bei Orakeln und bei Beschwörungen der Toten. Der Rauch hat einen desinfizierenden Effekt.
