Die Wurzel der Wilden Karde steht ganz im Zeichen ihrer ausgeprägten Abwehrfunktion. Ihr Rauch kann unsere Widerstandskraft stärken und uns eine tiefe Reinigung schenken.
Die Botanik der Wilden Karde
Die Wilde Karde heisst unter Pflanzenkennerinnen und Pflanzenkennern Dipsacus fullonum. Sie zählt zu den Skabiosen in der Unterfamilie der Kardengewächse. Der alte botanische Name lautet Dipsacus sylvestris. In den verschiedenen deutschsprachigen Regionen trägt sie unterschiedliche Bezeichnungen, z. B. Weberkarde, (Grosse) Kardendistel, Immerdurst, Strähl, Igelkopf oder Kardätschendistel.
Der Stängel der Karde hat eine Besonderheit. Hier formen die Blätter, die gegenständig verwachsen sind, das sogenannte Venusbecken. Wenn sich das Regenwasser darin sammelt, dient es Vögeln oder Insekten als Wasserquelle. Der botanische Name der Pflanze leitet sich aus diesem Phänomen her, denn das griechische Wort „dipsa“ bedeutet Durst.
Die zweijährige krautige Pflanze bringt im ersten Jahr eine knollige Wurzel und kräftige Rosetten hervor. Das zweite Jahr schenkt der Wilden Karde ihre volle Grösse und eine Wuchshöhe von maximal zwei Metern. Die Blütenstände sind ringförmig angeordnet und wachsen in der Mitte des Sommers. Die zahlreichen kleinen Einzelblüten bilden fröhliche, lilafarbene Ringe. Dann ist die ganze Pracht der Wilden Karde zu bestaunen.
Wilde Karde steht für Befreiung, Widerstandskraft und Reinigung
Die Wilde Karde stammt ursprünglich aus Europa und ist hier seit Menschengedenken für ihre reinigenden Wirkungen bekannt. Das Wasser aus dem Venusbecken, welches man auch als Bad der Aphrodite bezeichnet, wurde und wird in der Schönheitspflege geschätzt. Im Gegensatz zu diesem zarten Ansatz steht die Tatsache, dass die distelähnliche Karde mit Stacheln übersät ist. Damit zeigt die Pflanze ihre ausserordentliche Abwehrkraft.
Die spirituelle Kraft der Wilden Karde schenkt uns Widerstandsfähigkeit. Dies gilt vor allem bei Einflüssen, die nur schwer zu erkennen sind. Daher ist die Wilde Karde der Schutzschild des Menschen. Sie wirkt schützend, anregend und kraftspendend. Wir entwickeln die Gabe, über unsere Haltung nachzudenken. Zielstrebig arbeiten wir an unserer seelischen und geistigen Erneuerung und Reinigung.
Verwendung der Wilden Karde
Die Wilde Karde kann mithilfe von Alkohol destilliert werden, wodurch ihre wertvollen Inhaltsstoffe als Tinkturen und Tropfen erhältlich sind. Der Tee aus der Kardenwurzel wird ebenfalls gerühmt. Man verwendet die geschnittene und getrocknete Wurzel oder auch die Blätter der Wilden Karde. Der Tee ist besonders bedeutsam für diejenigen, die keinen Alkohol vertragen oder lieber darauf verzichten möchten. Auch Kinder können Kardentee trinken. Er hat einen intensiven und herben Geschmack. Daher ist es ratsam, ihn mit einer milderen und weniger bitteren Teesorte zu kombinieren. Auch als Kapseln sind die pulverisierten Wurzeln der Karde erhältlich.
Bereits der griechische Arzt Dioskurides sprach die Empfehlung aus, die Kardenwurzel in Wein zu sieden und dann zu einer breiigen Masse zu zerstossen. Diese soll bei Schrunden und Fisteln am Gesäss helfen.
Räuchern mit Kardenwurzel
Wenn wir mit der Wilden Karde räuchern, hoffen wir auf eine Stärkung unseres Mutes und unserer Willenskraft. Auch unsere Abwehrkräfte können vom Rauch der Krade profitieren. Karde ist seit Langem bekannt gegen Verhexung und Dämonen. Diese Kraft wird symbolisiert durch ihren aufrechten Wuchs und ihre zahlreichen Dornen. Die Karde ist beim Räuchern eine Wächterpflanze, die alles abwehrt, was nicht wichtig ist. Dadurch befreien wir unsere Seele von überflüssigem Ballast.
Ausserdem kann die Räucherung mit der Kardenwurzel unser Immunsystem stärken und soll das Blut reinigen. Der Karde wird nachgesagt, dass ihr Rauch unsere Verdauung fördert und unseren Stoffwechsel unterstützt. Sie soll bei rheumatischen Erkrankungen und Kopfschmerzen helfen.
