Die Echte Kamille ist ein Korbblütler, der im mittleren, südlichen und östlichen Europa heimisch ist. Die Pflanze ist einjährig und wird höchstens 50 Zentimeter hoch. Die Blätter sind stark gefiedert. Die Blütenstände zeigen sich in Form von Körbchen, besitzen weisse Zungenblüten im Aussenbereich und ein gelbes Zentrum mit Röhrenblüten. Aufgrund dieses Aussehens werden sie häufig mit Gänseblümchen verglichen und gelten als recht schlichte Blume. Die Kamille wächst auch wild, z. B. auf Brachen, Wiesen, Äckern und am Wegesrand. Die Tradition kennt die Kamille als häufiges Ackerbeikraut. Dies ist aber wegen des verbreiteten Einsatzes von Herbiziden immer seltener geworden. Weitaus öfter sieht man die Acker-Hundskamille. Wenn man diese beiden Pflanzen unterscheiden will, bricht man den Blütenboden auf. Ist dieser hohl, so hat man Echte Kamille in der Hand. Für die Räucherung nimmt man die getrockneten Blütenköpfe.
Die Kamille ist beim Räuchern ein echtes Multitalent
Die Kamille ist eine der ältesten europäischen Heilpflanzen und wird auch schon lange für das Räuchern eingesetzt. Dabei soll sie vor allem die Fähigkeit zur Selbstheilung fördern. Die Kamille gilt als wirksam in Lebenslagen, in denen man von Stress, Ärger und Nervosität bedrängt wird. Das Herz kann so beruhigt werden. Wendet man Kamille zusammen mit Patchouli an, soll dies Ängste mildern. Der Duft der Kamille ist wärmend und wie ein zartes Umfangen. Viele Menschen fühlen sich dadurch ausgeglichener und in sich harmonischer. Die Räucherung ist dabei dem Duft von Kamillentee sehr ähnlich, den Viele kennen, vor allem bei Symptomen im Magenbereich.
Die Kamille in der Tradition
Der Volksglaube kennt die Kamille besonders dann als heilsam, wenn sie zur Zeit der Sommersonnenwende gesammelt wird. In ländlichen Regionen wird sie noch heute an die Decke von Wohnzimmern gehängt, um böse Geister abzuschrecken.
Hieronymus Bock, der Botaniker und lutherische Prediger des 16. Jahrhunderts, erkannte die Vielfalt der Heilwirkung der Kamille. Bereits im alten Ägypten galt die Pflanze als heilig und gehörte in zahlreiche Heilmittel. Dass die Kamille auch in der traditionellen Fraunheilkunde bekannt ist, verrät ihr lateinischer Name „matricaria“. Dies leitet sich von „matrix“ her, was so viel wie Gebärmutter heisst.
Räuchermischungen mit Kamille
Besonders europäische Kräuter und Pflanzen lassen sich gut mit der Kamille kombinieren. Dazu gehören z. B. Lavendel, Rosen, Baldrian, Zirbennadeln und -holz, Schafgarbe, aber auch Harze (schwarzer Copal, Guggul, Myrrhe, Opopanax). Gewürze aus anderen Erdteilen sind ebenso für Räuchermischungen mit Kamille geeignet, beispielsweise Piment oder Sternanis. Wer ein Rezept für angeschlagene Nerven sucht, mischt Kamille mit Majoran (jeweils 50 / 50). Nach Wunsch setzt man noch Galgant, Kalmus, Minze oder Thymian zu.
Duft: warm-süsslich, krautig
Pflanzenfamilie: Asteraceae (Korbblütler)
Anbau
Bio
Botanischer Name
Matricaria recutita L.
Pflanzenteil
Blüten
Zweitbezeichnung
Deutsche Kamille, Echte Kamille, Kamelblumen, Mutterkraut, Kornkamille, Carmelina, Krottenkraut, Magdblum, Chamaemelum nobile, Mägdeblume, Römische Kamille, Kühmelle
Herkunft
Kroatien
Marke
RäucherWelt
