Johanniskraut heisst in der Botanik Hypericum perforatum und ist eine Pflanzenart in der Gattung Johanniskräuter. Diese gehört zur Familie der Hypericaceae. Johanniskraut ist seit Langem als Heilpflanze bekannt, vor allem wirkt es leicht antidepressiv. Weitere Namen für Johanniskraut sind:
- Echt-Johanniskraut
- Echtes Johanniskraut
- Gewöhnliches Johanniskraut
- Durchlöchertes Johanniskraut
- Tüpfel-Johanniskraut
- Tüpfel-Hartheu
- Johanneskraut
Johanniskraut wächst vor allem an warmen Standorten. Wir finden es häufig am Wegesrand oder z. B. an Bahndämmen. Der Stiel ist holzig und rötlich, die gelben Blüten wirken sonnendurchflutet. Nur beim Echten Johanniskraut sind die Blätter perforiert, sodass man es von nahen Verwandten leicht unterscheiden kann. Ausserdem tritt roter Saft aus den Blüten, wenn man diese zerdrückt.
Johanniskraut als Heilpflanze
Johanniskraut ist ein gutes Antidepressivum, da es nervöse Zustände beruhigt und die Nerven festigt. Die Pflanze birgt viel Licht in sich, das sie an uns weitergibt. Bereits im 17. Jahrhundert benutzte der berühmte Schweizer Arzt und Naturphilosoph Paracelsus das Johanniskraut bei melancholischer oder depressiver Verstimmung. Er schätzte die Pflanze als universelles Arzneimittel mit starker göttlicher Kraft ein. Johanniskraut lässt auch Wunden und verbrannte Haut besser abheilen. Man sollte allerdings vorsichtig mit einer dauerhaften Einnahme sein oder einer Anwendung bei starker Sonneneinwirkung, denn Johanniskraut durchflutet unseren Körper mit Licht und macht die Haut empfindlicher. Dies kann zu Allergien führen.
Johanniskraut in der Geschichte
Die Pflanze gehört zum Kult der Sommersonnenwende. Die Sommersonnenwende ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Die Mädchen trugen früher Kränze aus Johanniskraut und grosse Feuer wurden zur Ehre des Lichts und der Sonne entzündet. Den alten Legenden zufolge wird der Lichtgott Baldur auf dem Höhepunkt seines Wirkens von seinem Bruder Hödur (dem Gott der Zeit) getötet. Dies ist notwendig, damit die Dunkelheit wieder zunehmen kann und der Kreislauf der Natur und des Kosmos intakt bleiben. Baldur wird dann zur Wintersonnenwende wiedergeboren. Mit der Christianisierung verschob sich der Termin um drei Tage und statt des Lichtgotts wurde Johannes der Täufer enthauptet. Aber der wesentliche Kern dieses Mythos und Festes blieb erhalten.
Räuchern mit Johanniskraut
Dass Johanniskraut früher einmal eine wichtige Räucherpflanze war, schien lange Zeit in Vergessenheit geraten zu sein. In den letzten Jahren hat man den Rauch von Johanniskraut allerdings wiederentdeckt. In früheren Zeiten wurde Johanniskraut zusammen mit Eisenkraut, Wetterkerze und Rainfarn verräuchert, um Schutz zu erlangen, wenn ein Gewitter aufzog. Johanniskraut zählt also zu den Wetterpflanzen, die dafür sorgen, dass die Spannung um das Gehöft weicht, damit die Spannungsentladung durch das Gewitter nicht zu stark wird. Ausserdem wurden Frauen im Kindbett und Säuglinge mit dem Rauch versehen. Der Rauch von Johanniskraut kann auch gegen allerlei Zauber, Magie, Unholde oder Brandschaden eingesetzt werden und soll bei Liebeskummer helfen. Weil Johanniskraut dabei hilft, Spannungen abzubauen, kann es auch bei Streit oder angespannter Atmosphäre verräuchert werden. Räume können wir mit Johanniskraut-Rauch klären. Auch bei Angst vor Dunkelheit bringt Johanniskraut eine neue Gelassenheit.
Anbau
Wildsammlung
Botanischer Name
Hypericum perforatum L.
Pflanzenteil
Kraut
Zweitbezeichnung
Hexenkraut, Hartheu, Teufelsflucht, Teufelsbanner
Herkunft
Ungarn
Marke
RäucherWelt
