Der Holunder ist ein auch in Mitteleuropa vorkommender Strauch, der relativ anspruchslos ist, aber reichhaltige Böden liebt. Er steht häufig neben Scheunen und auf Höfen, wächst aber auch in Wäldern, Hecken, am Waldrand oder auf Plätzen, auf denen Schutt lagert. Die weissen Blüten bilden eine schirmförmige Fläche. Die Äste besitzen weisses Mark. Die stark duftenden Blüten sollte man im Frühling ernten.
Der Holunder in der Tradition
Vor Generationen brachten die Menschen dem Holunder so viel Respekt entgegen, dass sie vor ihm den Hut zogen – ebenso wie vor dem Wacholder. Holundersträucher wurden nicht gefällt. Manche glaubten sogar, dass in ihm eine Göttin ruht, die den Menschen sehr zugetan ist, nämlich „die holde Frau“ oder „Frau Holle“. Diese galt als einflussreiche Göttin der Unterwelt und Oberwelt; sie konnte die Schicksale der Menschen mitbestimmen. Die Rechtschaffenen wurde belohnt, die Faulen, die sich ihrer Lebensaufgabe verweigerten, wurde mit Pech bestraft. Märchenerzählungen zeugen von dieser Überlieferung. In der Zeit der Germanen hiess sie Frau Ellhorn oder Frau Holler und war eine beschützende Sippengöttin. Man brachte ihr als Gabe Milch, Brot und Käse dar. Mütter brachten ihre Neugeborenen zur Holundergöttin, damit sie die neuen Sippenmitglieder kennenlernte. Die Überlieferung sagt auch, dass der Holunder dort wächst, wo das Blut von Kriegern geflossen ist. Dies wird vielfach als Hinweis darauf interpretiert, dass in der germanischen Zeit Blutopfer und Menschenopfer dargebracht wurden. Der Sippenbaum Holunder sollte auch die verstorbenen Mitglieder der Sippe in der Unterwelt schützen. Man vermutet, dass Bräuche und Traditionen wie die Holunderpeitsche des Leichenfuhrmanns, der Holunderzollstock eines Sargtischlers oder die Holunderkreuze, die man Toten mit ins Grab gab, ursprünglich von den Germanen herstammen.
Der Holunder und seine heilende Bedeutung
Die Früchte des Holunders sind sehr reich an Vitaminen. Die Blüten und die Blätter regen den Harn und den Schweiss an, auch als Tee bei Erkältungen finden sie Verwendung. Roh sind die Früchte und die Rinde als abführend bekannt.
Der Holunder beim Räuchern
Für das Räuchern verwendet man neben Holunderblüten und Holunderblättern auch Holunderbeeren, Holundermark, Holunderholz und Holunderrinde. Der Geruch des Holunders ist nicht sehr intensiv oder aromatisch, daher kann man ihn gut mit stärker duftenden Räuchersubstanzen vermengen. Besonders beliebt sind Mischungen mit Fichtenharz und Wacholder. Die Blüten sind von etwas intensiverem Duft als die Blätter und verbreiten eine feine, blumige Note. Für Heilungsrituale werden häufig Kombinationen aus Holunder, Weihrauch, Johanniskraut und Kamillenblüten verwendet.
Die Effekte des Räucherns mit Holunder gelten als hilfreich beim Finden der Lebensaufgabe. Der Holunder ist auch ein Schwellenbaum für Zeremonien des Übergangs. Das Herz soll sich durch Holunder öffnen, Freude gefunden und die Stimmung verbessert werden. Beim Räuchern darf man den Holunder nach dem eigenen Schicksal fragen und um heilende oder schützende Effekte bieten. Holunder soll den geeigneten Zeitpunkt die richtige Tat finden helfen.
Duft: fein, blumig, nicht sehr intensiv
Pflanzengattung: Geissblattgewächse
Anbau
Wildsammlung
Botanischer Name
Sambucus nigra L.
Pflanzenteil
Blüten
Zweitbezeichnung
Hollerstaude
Herkunft
Ungarn
Marke
RäucherWelt
