Breitwegerich ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die man unter vielen anderen deutschsprachigen Namen kennt:
- Breit-Wegerich
- Grosse Wegerich
- (Breitblättriger) Wegerich
- Wegebreit
- Wegeblatt
- Wegtritt
- Wegetrene
- Rippenblatt
- Saurüssel
- Mausöhrle
- Arnoglosse (von lateinisch arnoglossa)
- Ackerkraut
Breitwegerich in der Botanik
Die Pflanzenart gehört zur Familie der Wegerichgewächse, die man auch Plantaginaceae nennt. Breitwegerich ist ursprünglich nur in Europa heimisch gewesen, hat sich aber inzwischen auf dem ganzen Erdball verbreitet. Man findet diese widerstandsfähige Pflanze an Strassen, Wegen, Plätzen, Ackerflächen, auf Wiesen und Weiden. Sie wird zwischen drei und 25 Zentimetern hoch. Damit sie überdauern kann, bildet sie ein unterirdisches Wurzelgeflecht aus, das sogenannte Rhizom. Die Laubblätter sind etwa so gross wie ein Handteller und haben die Form eines Löffels. Breitwegerich ist eine trittfeste Pflanze, d. h., man findet sie vor allem auf viel benutzten Pfaden (Trampelpfade, Waldwege). Die europäischen Emigranten brachten die Pflanze nach Nordamerika, wo die Ureinwohner sie „Fussstapfen des weissen Mannes“ nannten.
Breitwegerich in der Volksheilkunde
Dieses Kraut ist wegen seiner heilenden Wirkungen seit dem Mittelalter bekannt. Es enthält unter anderem Schleimstoffe, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine, Zink, Kalium, Vitamin C, Vitamin B und viele andere wertvolle Inhaltsstoffe. Man gewann den Saft oder Brei aus den Blättern und setzte ihn gegen Entzündungen ein und verbesserte mit seiner Hilfe den Heilungsprozess von Wunden. Auch heute noch werden wissenschaftliche Studien durchgeführt, die die Wirkungen des Breitwegerichs zum Thema haben. Manche Studien legen nahe, dass der Breitwegerich das Abwehrsystem regulieren kann und gegen Viren wirkt. In der alten Zeit hatte der Breitwegerich vor allem die folgenden Anwendungsgebiete:
- Geschwüre im Bereich von Magen und Darm
- Entzündungen der Schleimhaut im Magen
- Reizdarm
- Durchfall
- Blutungen in den Harnwegen
- Erkältungen in den Atemwegen
- Insektenstiche
Räuchern mit Breitwegerich
Der Duft von Breitwegerich beim Verräuchern ist charakteristisch krautig, dabei recht herb und kräftig. Wenn man zu nah am Räucherstövchen sitzt, steigt er zu rasch in die Nase.
Bereits seit vielen tausend Jahren ist das Räuchern von Kräutern ein wichtiger Bestandteil von religiösen Zeremonien, von magischen Ritualen und der Absicht zu Heilen. Besonders die Vorfahren der Mitteleuropäer nutzten vorwiegend Kräuter zum Räuchern, die sie meist im Freien auf grosse Haufen gaben und entzündeten. Vor dem Räuchern sollte das Kraut getrocknet worden sein. Kräuter vergehen beim Räuchern recht schnell, weil sie zügig verbrennen. Daher ist es ratsam, sie mit einem oder mehreren Räucherwerken zu mischen, die länger brennen, z. B. Rinde oder Harze.
