Die Bibernellen werden auch Pimpernellen oder Pimpinellen genannt. Andere Namen sind Bockwurz, Pfefferwurz oder Steinpeterlein. Die Bibernelle ist schwer von einigen ähnlichen Pflanzen zu unterscheiden. Der Rauch dieser fast in Vergessenheit geratenen Heilpflanze schenkt uns eine tiefe Klarheit des Geistes. Ausserdem stärkt er unsere Konzentration.
Botanik der Bibernelle
Der botanische Name der Bibernellen lautet Pimpinella. Diese Gattung umfasst rund 150 Arten, die vordergründig in Eurasien und Afrika heimisch sind. Die Pimpinella sind Teil der Pflanzenfamilie der Doldenblütler (Apiaceae). Die wohl bekannteste und meist verkaufte Art ist der Anis. Sechzehn der 150 Arten wachsen in Europa. Sie tragen meist viele kleine Blüten, die oft weiß sind, aber auch farbig sein können. Die Pflanze wirkt recht unscheinbar, ist aber ein echter Geheimtipp für Räucherfans.
Der Kleine Wiesenknopf, den man aus als Gewürz aus der Küche kennt, wird manchmal ebenfalls Bibernelle oder Pimpinelle genannt. Er gehört aber zu den Rosengewächsen.
Bedeutung der Bibernelle in der Volksheilkunde
Die Bibernelle wird erstmalig in den Kräuterbüchern aus dem 16. Jahrhundert erwähnt. In diesen Schriften wird sie als Arznei gegen Pest und Cholera gepriesen. Wahrscheinlich schrieb man der Pflanze diese Wirkungen zu, weil sie einen recht scharfen und unangenehmen Geruch hat. Der Duft der Wurzel sollte den Gestank der Pestilenz vertreiben. Auch bei Steinleiden und Schmerzen benutzte man die Bibernelle. Die Schleimhäute, Hautdrüsen und Nieren versuchte man mit ihr anzuregen. Die letztgenannte Wirkung wurde vor allem durch Sebastian Kneipp bekannt, denn er benutzte sie bei Gicht, Blasensteinen und Nierensteinen. Auch die Reinigung der Lunge, der Nieren und der Blase ist ein Anwendungsgebiet der Bibernelle.
Die moderne Homöopathie kennt Bibernellen als Mittel bei Fieber und Schmerzen an der Wirbelsäule. Der medizinisch relevante Teil der Pflanze ist die Wurzel, weil sie ätherisches Öl enthält.
Die Bibernellen kommen heutzutage nur noch selten durch ihre heilkundlichen Wirkungen ins Gespräch. Die Wurzel wird aber von der Kommission E bei Katarrhen der oberen Atemwege empfohlen, denn sie lindert den Husten, löst den Schleim und fördert auf sanfte Weise den Auswurf.
Räuchern mit Bibernellwurzel
Wenn wir mit Bibernellwurzel räuchern, freuen wir uns auf eine neue Klarheit des Denkens. Wir können uns durch sie besser konzentrieren. Der Rauch verbessert das konzentrierte Lernen und unterstützt das kreative Schaffen, z. B. das Schreiben, Basteln, Batik, Töpfern oder Malen.
Der Duft ist vor allem für Menschen wichtig, die viel Kopfarbeit verrichten. Mit der Räucherung mit Bibernellwurzel können wir nach der Arbeit besser Entspannung finden und fühlen uns durchgewärmt.
