Die Bärwurz hat einen starken Geruch, auch dann, wenn die Pflanze getrocknet ist. Dieser Duft ähnelt dem Fenchel. In der französischen Sprache heisst die Bärwurz „Fenouil des Alpes“ oder „Fenouil de montagne“. Das bedeutet übersetzt „Alpenfenchel“ bzw. „Bergfenchel“.
Bärwurz in der Botanik
Bärwurz nennt man auch Meum athamanticum. Diese Pflanze ist die einzige Art aus der monotypischen Gattung Meum. Diese gehört zur Familie der Apiaceae (Doldenblütler). Bärwurz wächst ausdauernd und krautig. Die Pflanze wird 15 bis 60 Zentimeter hoch. Sie bildet ein unterirdisches Wurzelgeflecht aus, das sogenannte Rhizom. Es ist lang und dick und besitzt oben einen Schopf aus Fasern.
Die Bärwurzwurzel reicht bis zu einen Meter tief in die Erde. Die Stängel stehen aufrecht oder aufsteigend, sind kahl, kantig und tragen nur im oberen Bereich ein oder zwei Blätter.
Bärwurz blüht etwa von Mai bis Juni. Oft stehen die Blüten in einem doppeldoldigen Blütenstand beieinander.
Diese Pflanze kommt vor allem in Mittel- und Westeuropa vor. Im Osten Europas reicht die Heimat von Bärwurz bis Bulgarien und im Süden bis Kalabrien und Marokko.
Bärwurz – ein Fest für Gourmets
In den schottischen Highlands gehört Bärwurz als Gewürz zur traditionellen Küche. Das Laub ist fein und erinnert an Dill. Die unterirdischen Teile (Wurzeln) der Bärwurz besitzen einen kräftigen und deftigen Geschmack. Bärwurz passt gut mit Schnittlauch zu Kräuterquark. Man verwendet sie auch zur Herstellung von Kräuterkäse. Die Menschen im Erzgebirge nutzen Bärwurz für ihr Rezept der „Köppernickel-Suppe“. Im Schwarzwald kennt man ein Kräutersalz mit Meersalz und getrocknetem Bärwurz. Ferner gibt es im Bayerischen Wald einen Bärwurz-Schnaps, der in braune Steingutflaschen abgefüllt wird.
Bärwurz in der traditionellen Volksheilkunde
Im Mittelalter sollte Bärwurz eine Verstopfung der Leber, der Nieren, der Blase und der Harngänge beheben. Die Gelbsucht war ein Anwendungsgebiet, ebenso Darmschmerzen, Schmerzen nach einer Geburt und Nierensteine. Man gab Bärwurz den Kühen zu fressen, damit sie mehr Milch gaben. Aus dieser soll man besonders guten Käse machen können. In der Neuzeit wurde Bärwurz durch die Medizin Hildegard von Bingens bekannt.
Bärwurz beim Räuchern
Bärwurzwurzel entfaltet beim Räuchern einen intensiven, würzigen, leicht harzigen Geruch, der an Wald und Natur erinnert. Bärwurz passt zu Räucherungen im Themenbereich Wald, Erdung, Verwurzelung und Natur.
Eine solche Räucherung ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn Sie sich stärker in der Erde verwurzeln bzw. sich mit ihr verbinden möchten.
