Ajowanfrüchte sind Freundinnen und Freunden der asiatischen Küche längst bekannt. Aber auch als würziges Räucherwerk sind sie eine echte Entdeckung.
Ajowanfrüchte in der Botanik
Ajowan heisst unter Botanikerinnen und Botanikern Trachyspermum ammi, auch wenn er früher Ammi copticum genannt wurde. Deutschsprachige Namen sind Königskümmel, Ägyptischer Ammei oder Mohrenkümmel. Die Pflanzenart gehört zur Gattung Trachyspermum, die wiederum zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) zählt. Die Verwendung der Früchte als Gewürz und Heilmittel besitzt eine lange Tradition.
Ajowan wächst als einjährige, krautähnliche Pflanze, die bis zu einen halben Meter hoch wird. Die Laubblätter sind fein und fiederteilig. Die Pflanze bringt kleine, aber reizvolle Blüten hervor, die in doppeldoldigen Blütenständen gruppiert sind. Diese Anordnung hat Ajowan mit alle anderen Doldenblütlern gemeinsam. Die Spaltfrucht ist einen Millimeter lang, gross und oval. Die stark sichtbaren Längsrippen teilen sie nicht in mehrere Teilfrüchte, deuten dies aber ästhetisch an. Die Pflanze wurde im Jahr 1767 zum ersten Mal benannt und beschrieben. Carl von Linné gab ihr den Namen Ammi copticum.
Die Herkunft von Ajowan
Die ursprüngliche Heimat von Ajowan liegt vermutlich im Osten des Mittelmeerraumes, auch wenn dies nicht ganz sicher ist. Ägypten kommt als Ursprungsland infrage, seltener wird in der Fachwelt Indien genannt. Menschen haben Ajowan auch in Äthiopien, Afghanistan, Usbekistan und Tadschikistan verbreitet. Seit dem Altertum wird Ajowan angebaut und wurde bereits in der frühhellenistischen Zeit in Indien bekannt. Heute stammen die meisten Lieferungen im Handel aus Indien.
Verwechslung mit Liebstöckel
Die Früchte von Ajowan werden oft als Früchte von Liebstöckel angepriesen, obwohl sie anders duften und ein sehr verschiedenes Äusseres haben. Im englischen Sprachraum heisst Ajowan Bishop’s Weed, was im Deutschen manchmal mit "Bischofskraut" übersetzt wird. Dies kann ebenfalls zu Verwechslungen führen, denn diese Bezeichnung trägt auch die Zahnstocher-Knorpelmöhre. Manchmal bezeichnet man Ajowanfrüchte als Samen, was aber sachlich nicht ganz richtig ist.
Ajowan in der internationalen Küche
In der asiatischen Küche, die viele aparte Gewürze schätzt, ist Ajowan seit langer Zeit bekannt. In Indien werden Kartoffeln und Wurzelgemüse damit abgeschmeckt. Das Aroma ist deutlich mit Thymian verwandt. Deftige Gerichte, vor allem aus Bohnen und Hülsenfrüchten, schmecken einzigartig würzig und leicht scharf mit Ajowan.
Es gibt auch Kräutertee aus Ajowan. Man zerstösst einfach die Früchte mit einem Mörser und übergiesst einen Teelöffel davon mit heissem Wasser. Nach einem sieben Minuten dauernden Ziehen ist der Tee fertig. Er entfaltet seine typisch würzige Kraft.Ein Tee aus Ajowan, Ingwer, Fenchel, Koriander und Kurkuma ist sehr wohltuend.
Ajowan als Heilpflanze
Die Ajowanfrüchte sind reich an ätherischem Öl, vor allem an Thymol. Man gewinnt es durch ein spezielles Destillationsverfahren. Früher nutzte man das Thymol, indem man es Hustentropfen beigab. Mittlerweile kann man es aber chemisch herstellen.
Ajowan beim Räuchern
Ajowanfrüchte entfalten beim Räuchern ein würziges Aroma, das stark an Thymian erinnert. In der Räucherkultur Tibets, Nepals, Indiens und Bhutans haben sie einen festen Platz. Wir nehmen mit Ajowanfrüchten vor allem Schutzräucherungen vor. Geister und Dämonen sollen mit diesem Rauch vertrieben werden. Daher gehören die Ajowanfrüchte zu den Substanzen, die auch aus mystischen oder spirituellen Gründen verräuchert werden.
Anbau
Bio
Botanischer Name
Trachyspermum ammi L.
Pflanzenteil
Früchte
Zweitbezeichnung
Königskümmel, Ägyptischer Ammei, Mohrenkümmel
Herkunft
Indien
Marke
RäucherWelt
